Geigenbau im Spannungsfeld der französischen Revolution

Der Geigenbau im vorrevolutionären Paris ist geprägt vom höfischen Umfeld: die Viola da Gamba und die Instrumente der Violinenfamilie stehen im Mittelpunkt der Musikpflege am Versailler Hof.
Das von Ludwig XIII 1624 ins Leben gerufene Orchester der «24 Violons du Roy» und später die «Chapelle Royale» setzen Massstäbe höfischer Musikkultur.
Die Französische Revolution markiert eine Zäsur. Das aufkommende Virtuosentum und die Anfänge des Konzertlebens in grossen Sälen, sowie die Gründung von Konservatorien für alle Schichten der Gesellschaft fordern von den Geigenbauern neue Ideen. Alte Instrumente müssen so umgebaut, neue Instrumente so konzipiert werden, dass sie klanglich den neuen gerecht werden.
Vor allem Jean Baptiste Vuillaume (1798-1875) ist hier Wegbereiter der grossen französischen Epoche des Geigenbaus. Als ungemein sorgfältiger Geigenbauer, genialer Erfinder, behutsamer Restaurator und gewiefter Geschäftsmann ist er Lehrer und Vorbild für ganze Generationen von Geigenbauern.
Die grosse Epoche des Pariser Geigenbaus, vom ausgehenden 18. Jh. bis ins 20. Jh. ist eng verknüpft mit der Entwicklung des zweiten französischen Zentrums: Mirecourt.
