
Wie kaum ein anderes europäisches Land erlebt die Schweiz im 20. Jh. ein Aufblühen der klassischen Festivalkultur. Berühmte Künstler, wie z.B. Pablo Casals, Yehudi Menuhin, Tibor Varga oder Josef Szigeti unterrichten oder gründen Festivals in der Schweiz. Die zunehmende Bedeutung der klassischen Musikkultur kommt auch den Schweizer Geigenhändlern zugute.
Yehudi Menuhin etabliert bereits 1957 im Berner Oberland ein Sommerfestival, das in den folgenden Jahrzehnten von ihm und anderen berühmten Künstlern ausgeweitet wird und bis zum heutigen Tag als “Gstaad Menuhin Festival” prägender Bestandteil der Schweizer Musikkultur ist.
In Luzern gründen die beiden Violinisten Rudolf Baumgartner und Wolfgang Schneiderhahn im Rahmen der «Luzerner Musikfestspiele» 1956 das Kammerorchester «Festival Strings Lucerne». Das Ensemble ist durch eine rege Konzerttätigkeit und legendäre Tonaufnahmen international bekannt.
Auch andere Festivals, wie das 1964 in Sion gegründete “Tibor Varga Festival” ziehen viele europäische Künstler in die Schweiz. An die Festivals angeschlossene “Akademien” entwickeln sich zu Ausbildungsstätten mit internationaler Ausstrahlung. Für viele Künstler werden Schweizer Geigenhändler, wie Henry Werro, Pierre Gerber, Alfred Vidoudez oder Fritz Baumgartner Anlaufstellen. Bedeutende Instrumente des alten italienischen Geigenbaus gehen durch ihre Hände.
