Safien ist eine aus mehreren Weilern bestehende Ortschaft in der Gemeinde Safiental, Region Surselva, im Schweizer Kanton Graubünden.
Vermutlich wurden im Safiental bereits um 1700 Geigen gespielt und hergestellt. Seit dem frühen 19. Jh. ist die Safier Streichermusik gut dokumentiert. So sind uns neben Notenabschriften von Tanzmusik auch diverse Streichinstrumente erhalten.

Bild: Sammlung Mattli Hunger
Die Safier stellten ihre Instrumente in der Regel selbst her. Als Vorbild dienten den Handwerkern und Bauern möglicherweise Instrumente aus Süddeutschland, die sie nachbauten.
Ab dem 19. Jh. fand das Geigespielen im Safiental in den sogenannten «Geigenschulen» grosse Verbreitung.
1882 gründete Christian Buchli, Dorfschullehrer in Neukirch und später in Camana, Geigenschulen, die er 55 Jahre lang betreute. Für den Geigenunterricht namen die Schüler lange Fusswege in Kauf. Ihre oft selbst gebauten Instrumente trugen sie in schweren Holzfutteralen. In den Hochzeiten der Safier Geigenschule lernten dort 30 Schüler das Geigespielen.

Safier Geigenbauer und - spieler
Im Winter 1909/10 baute Christian Stoffel, ohne je eine handwerkliche Ausbildung genossen zu haben, ein Cello. In Safien machte dieses Vorhaben die Runde, denn es ist überliefert, dass man allgemein der Ansicht war, der Stoffel würde gescheiter sein Brennholz aufarbeiten, als den ganzen Winter mit dem Bau einer «Passgiigä» zu vertrödeln.
Doch Stoffel liess sich nicht beeindrucken. Immerhin soll er wegen Problemen mit dem Leimen einmal zu einem Nachbarn gesagt haben: «Wenns dermòòl nit hept, schlòòn i diä ganz Òòrbet zämmä»
(Quelle: Mattli Hunger; Safier Streichmusiken)

Bild: Sammlung Mattli Hunger
Andreas Gredig, in der Bleikta (eine Haarnadelkurve ob Neukirch) war als sehr guter Geiger bekannt. Er spielte mit Kameraden oder seinen beiden Söhnen zum Tanzen auf.
Gredig verunglückte 1923 in Ausübung seines Berufes als Wegmacher in einer Lawine. (Quelle: Mattli Hunger; Safier Streichmusiken)
